Rund 18 Millionen Menschen in Deutschland arbeiten bis zu zehn Stunden täglich an einem Büroarbeitsplatz. Viele und vor allem ältere Angestellte klagen über Rückenbeschwerden oder Augen- und Kopfschmerzen. Doch nur wer gesund bleibt, hat bis ins Rentenalter Freude an der Arbeit und liefert einen Top-Job ab. Was das Unternehmen dafür tun sollte und wie Sie als Einkäufer und Arbeitnehmer Ihren Beitrag leisten können, erfahren Sie hier.
Ergonomie ist zum großen Teil Arbeitgebersache. Dass Mitarbeiter das wichtigste Kapital eines Unternehmens sind, ist unumstritten. Daher sind zusätzliche Gesundheitsangebote heute keine Seltenheit mehr. 78,8 Prozent aller befragten Unternehmen einer bso-Studie fördern z. B. Sport- oder Rückenschulprogramme oder bieten spezielle Gesundheitstage für ihre Mitarbeiter an.
Doch reicht das aus? Im Megatrend Generation 50+ ist das Thema gesunder Arbeitsplatz relevanter denn je. Gerade im Hinblick auf den demografischen Wandel und die längere Lebensarbeitszeit. Beim Kauf von Büroprodukten ist Ergonomie neben Qualität und Preis ein entscheidender Faktor. Schon jetzt existiert ein umfassendes Angebot an ergonomischen Produkten. Dieses reicht von der Computermaus über das Sitzkissen bis hin zum Ordner oder Tacker. Büromöbel für Arbeitsplätze, die zur Vorbeugung von Haltungsschäden z. B. das Arbeiten im Sitzen und Stehen ermöglichen, finden Sie zuhauf.
Die Arbeitgeber haben die Bedeutung von Ergonomie am Arbeitsplatz erkannt. Schon Ende 2008 gaben in einer Umfrage des Marktforschungsinstituts Light Speed Research 91 Prozent der befragten 200 Unternehmen an, dass sie den Einsatz ergonomischer Arbeitsmittel befürworten. Dennoch muss sich da noch einiges tun. 2011, so schätzt der bso, können immerhin noch 37,6 Prozent aller Büroangestellten aufgrund eines unpassenden Arbeitsumfeldes nicht ihr Leistungspotential ausnutzen. Hätten Sie gedacht, dass 26 Prozent aller Arbeitnehmer laut einer Fellowes-Studie keine ergonomischen Hilfsmittel wie Schreibtischlampe, Handgelenkauflage oder spezielle Monitorständer zur Verfügung stehen?
Hier braucht ein Unternehmen Hilfe. Und da ist der Einkäufer gefragt. Das Thema ist in Führungsbüros einfach nicht präsent genug, weil hier Produkte mit ergonomischen Eigenschaften oftmals zur Standardausstattung gehören. Mehr noch: von der gesetzlichen Verpflichtung der Unternehmen, Ergonomiebewertungen der Arbeitsplätze ihrer Angestellten durchzuführen, wissen nur 40 Prozent der von Fellowes befragten Firmenleitungen. Ein gut informierter Einkäufer berät die Chefetage bei der Anschaffung von ergonomischen Produkten und ist zudem für seine Kollegen Ansprechpartner bei Fragen.
Und natürlich hat jeder Arbeitnehmer die Möglichkeit, bis zu einem bestimmten Grad selbst einiges für seine Gesundheit tun. Bewegungsmangel ist bei Schreibtischarbeit vorprogrammiert, das ist klar. Aber es gibt viele Möglichkeiten des Ausgleichs. Haben Sie ein Headset? Dann gehen Sie zum Telefonieren doch durch den Raum. Überwinden Sie den inneren Schweinehund und fahren Sie mit dem Fahrrad, oder nehmen Sie zumindest statt des Aufzugs die Treppe. Suchen Sie sich als Ausgleich eine Sportart, die Ihnen liegt – schon heute.
Neben Bewegung ist gesunde Ernährung wichtig. Ein ausgewogenes Frühstück hilft dabei, fit in den Tag zu starten. Verzichten Sie auch an stressigen Tagen nicht aufs Mittagessen, denn am Nachmittag ist weiterhin Ihre ganze Aufmerksamkeit gefordert. Natürlich ist ausreichendes Trinken, mindestens 1,5 Liter am Tag, unerlässlich. Und seien Sie nicht eitel – gerade bei älteren Mitarbeitern entlastet eine Brille die vom Bildschirm und der klimatisierten Luft beanspruchten Augen.
Sie können einiges tun, optimieren Sie Ihre Lebensweise! Dafür ist es nie zu spät. Ob als Mitglied der Generation 50+ oder als jüngerer Arbeitnehmer, Sie sollten sich fit und leistungsfähig halten. Sie wollen ja der Arbeitswelt noch eine ganze Weile erhalten bleiben. Wenn Sie dann noch für die richtigen Büroartikel sorgen, steht Ihrer Strategie, sich die Gesundheit und Arbeitsfreude – und auch die Ihrer Kollegen – durch nichts verderben zu lassen, nichts mehr im Wege.
(Quellen: bso-Studie „Erfolgsfaktor Büro“ 2011, Fellowes-Studie „Ergonomie an deutschen Arbeitsplätzen“ 2010, Light Speed Research 2008)
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