Originale wecken Begehrlichkeiten. Da sind das Auto, die Uhr und die Designer-Handtasche auf unserer Wunschliste. Wer solche Originale besitzt, weiß, dass er sich darauf verlassen kann, denn die Qualität stimmt. Doch die Versuchung lauert überall. Scheinbar günstige Originale überschwemmen den Markt – und stellen sich letztendlich als Imitate heraus, die ihren Preis nicht wert sind. Was wie ein Kavaliersdelikt klingt, hat für Markenhersteller weitreichende Folgen.

Hand aufs Herz: Jeder von uns hat schon mal ein bisschen manipuliert oder besitzt ein Imitat. Der Lebenslauf wird hier und dort geschönt – so wurde der verlängerte Urlaub schnell mal zur Sprachreise. Und die neue Handtasche stammt in Wirklichkeit nicht aus dem Designerladen, sondern von der Straßenecke davor. Zwischen dem Wunsch zu sparen und dem Wunsch zu haben, vergisst man öfters, dass der Unterschied nicht immer nur im Namen, sondern tatsächlich in der Qualität liegt. Der Konsument kommt so einfach wie nie zuvor an günstige Produkte, die einen leicht verdrängen lassen, dass der Erwerb von Imitaten strafbar ist. Auf den Kauf einer Fälschung kann daher nach kurzer Zeit nicht nur Ärger folgen, wenn Ihr neues Produkt auseinanderfällt – es kann sogar mit rechtlichen Konsequenzen enden.

Daher sollten wir uns öfter mal die Frage stellen, ob immer alles das ist, was es zu sein vorgibt? Ist etwas gut und begehrenswert, gibt es meist schon eine mehr oder weniger gute Kopie. Plagiate sind in der Kunst groß geworden. So ist die Mona Lisa wohl das meist kopierte Gemälde der Geschichte. Doch heutzutage haben Fälschungen Einzug in alle Lebensbereiche gehalten. Wenn wir uns den Hochglanzmedien widmen, merken wir schnell, dass die Schönheiten in Wirklichkeit gar nicht so straffe Haut haben oder im Extremfall der Kopf nicht zum Körper passt. Und manchmal bekommen Fälschungen sogar eine nie da gewesene Aufmerksamkeit. Denken Sie nur an die Hitler-Tagebücher.

Kaum ein Produkt ist vor Fälschungen sicher. Produktpiraten gibt es in der Automobil- und Bekleidungsindustrie, in der Musik- und pharmazeutischen Industrie. Natürlich auch in der Büroartikelbranche. Gefälscht werden inzwischen sogar Prüfzeichen oder Umweltsiegel.

Zehn Prozent des Welthandels fallen nach EU-Angaben auf Plagiate oder Fälschungen durch Produktpiraterie, illegale Überproduktion, Parallel- und Re-Importe. Dies entspricht einem internationalen Schaden von über 300 Milliarden Euro. Nach Angaben des Verbandes Deutscher Maschinen und Anlagenbauer (VDMA) sind rund zwei Drittel der Hersteller von Investitionsgütern von dem Problem illegaler Kopien betroffen.

Dies trifft natürlich den deutschen Arbeitsmarkt. Nach Schätzungen des Justizministeriums gehen jährlich etwa 50.000 Arbeitsplätze durch Produktpiraterie verloren. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag schätzt den volkswirtschaftlichen Schaden dabei auf 30 Milliarden Euro jährlich. Tendenz steigend.

Die betroffenen Markenhersteller kämpfen neben den Umsatzverlusten mit Imageschäden bei frustrierten Anwendern. Schlimmstenfalls müssen sie sogar Produkthaftungsprozesse für gefälschte Produkte in Kauf nehmen, wenn die Qualität der Fälschung minderwertig war.

So einladend sie auf den ersten Blick auch erscheinen: schauen Sie doch beim nächsten Einkauf genauer hin, ob Ihnen hier ein „Falscher Fuffziger“ untergejubelt wird. Wie sang schon die Pop-Gruppe ‚Die Prinzen’: „Das ist alles nur geklaut und gestohlen, nur gezogen und geraubt, `tschuldigung das hab ich mir erlaubt!“

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