Sommer, Sonne, Leistungsabfall. Das muss nicht sein. Wenn die Quecksilbersäule steigt und Ihr Büro keine Klimaanlage hat, können Sie mit einfachen Mitteln drohenden Kopfschmerzen, Kreislaufproblemen, Ermüdung oder gar dem Motivationsloch entgegenwirken. Denn klare Vorschriften über erlaubte Höchsttemperaturen am Arbeitsplatz gibt es nicht. Nach der Arbeitsstättenrichtlinie soll eine maximale Raumtemperatur von 26 Grad Celsius nicht überschritten werden. Einen Anspruch kann man daraus allerdings nicht ableiten. Mit einigen Tricks genießen Sie nicht nur einen schönen Fußballsommer, sondern auch den perfekten Bürosommer und starten stressfrei in den Urlaub.

Richtig Lüften
Haben Sie flexible Arbeitszeiten? Nutzen Sie die kühleren Morgenstunden um mit Schwung die kniffligen Aufgaben des Tages zu erledigen. Arbeiten Sie am besten in der Früh bei weit geöffnetem Fenster und schließen Sie dieses sobald es wärmer wird. Ein Ventilator leistet im Laufe des Tages gute Dienste. Er kühlt zwar nicht, macht aber Hitze erträglicher. Nur vor direkten Luftzug sollten Sie sich schützen, um Augenentzündungen oder einen steifen Nacken vorzubeugen. Vielleicht können Sie auch Ihre Mittagspause verlängern und wie in südlichen Ländern eine Siesta einlegen, um somit der Mittagshitze zu entgehen? Wichtig natürlich, dass Ihre Bürofenster einen Sonnenschutz – am besten an der Gebäudeaußenseite – haben, um einen Hitzestau durch direkte Sonneneinstrahlung erst gar nicht aufkommen zu lassen.

Ausknopf finden
Laut einer Studie zu effizienter Energienutzung in Bürogebäuden im Auftrag des Bayrischen Landesamtes für Umwelt erzeugen Drucker, Kopierer und Computer 70 Prozent der internen Wärme in Büros. Nur 30 Prozent stammen von körperlicher Wärme und Beleuchtung. Finden Sie also den Ausknopf der elektrischen Geräte, die nicht im Einsatz sind.

Wasser marsch
Ein weiterer einfacher Erfrischungsstopp für zwischendurch: Halten Sie Ihre Hände unter fließend kaltes Wasser und benetzen Sie Ihren Nacken und Schläfen mit dem kühlen Nass. Wenn möglich baden Sie ihre Unterarme im Waschbecken mit kaltem Wasser. Etwas ungewöhnlicher und nicht an jedem Arbeitsplatz umsetzbar, aber wirksam: Stellen Sie ihre Füße unter dem Schreibtisch in eine Wanne mit kaltem Wasser.

Damit der Kreislauf bei hohen Temperaturen nicht versagt, ist die Flüssigkeitszufuhr besonders wichtig. Drei Liter am Tag gelten als Faustregel. Wer das Trinken tendenziell vergisst, sollte sich eine große Flasche Wasser direkt auf den Schreibtisch stellen und regelmäßig ein Glas trinken. Zur Abwechslung eignen sich zimmerwarme Früchte- und Kräutertees, Saftschorle oder Sirups mit viel Wasser. Eisgekühlte Getränke sollten gemieden werden, da der Körper sonst für das Erwärmen zu viel Energie aufbringen muss. Nicht empfehlenswert sind Getränke wie Kaffee, schwarzer Tee oder Cola. Sie regen die Nierentätigkeit an und führen zum weiteren Flüssigkeitsverlust. Alkohol belastet den Kreislauf zusätzlich – verschieben Sie den Sektumtrunk am besten auf kühlere Tage.

Die richtige Energie tanken
Mit der richtigen Ernährung trotzen Sie der Hitze. Wenn Sie weniger Hunger haben zwingen Sie sich nicht zum Mittagessen. Probieren Sie frisches Obst, wie zum Beispiel Wassermelone. Das erfrischt und führt Elektrolyte und Vitamine, die Sie durch das Schwitzen verloren haben wieder zu. Schwere fettige Mahlzeiten belasten Ihren Kreislauf. Salate, gedünstetes Gemüse, Sushi, Joghurt oder Quark sind gesunde Alternativen.

Manchmal hilft es auch, Ihrem Gehirn ein Schnippchen zu schlagen. Denn dies hat Einfluss auf unsere Befindlichkeit. Unternehmen Sie doch zur mentalen Abkühlung eine Fantasiereise an den Nordpol oder stellen Sie sich eine Postkarte eines Eisbären am Arbeitsplatz auf. Das wirkt!

In enger Kleidung schwitzen Sie schneller. Gegebenenfalls können Sie manchmal aufs Jackett oder die Krawatte verzichten. Tragen Sie helle, atmungsaktive Materialien wie Leinen, Seide oder Baumwolle für maximalen Komfort. Diese nehmen die Hautfeuchtigkeit auf und leiten sie nach außen.

Stressfrei in den Urlaub
Und mitten in der Hitze heißt es endlich: Urlaub! Und der Stress geht erst richtig los. Wer vor seinem Urlaub ein bis zwei Arbeitstage für seine Urlaubsübergabe einplant, kommt laut Arbeitspsychologin Gabriele Richter von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) entspannter in die Ferien. Dieser Puffer schließt wichtige Termine mit ein. Wenn Sie diese direkt vor den Urlaub ansetzen, bringen Sie sich selbst in Zugzwang, wenn daraus notwendige Arbeitsschritte nicht mehr erledigt werden können. Zur Vorbereitung der schönsten Wochen des Jahres zählt, die Weiterleitung der eigenen Emails zu organisieren, eine detaillierte Übergabe mit seiner Urlaubsvertretung zu machen und einfach mal den Schreibtisch aufzuräumen. Richter empfiehlt den Schreibtisch freizukriegen, Sachen zu ordnen und auch mal was wegheften, damit Platz ist für Neues. Zusammen mit der Urlaubsvertretung sollten Sie ferner mögliche Problemszenarien und deren Lösung überlegen – quälende Gedanken was schief laufen könnte kommen im Urlaub somit erst gar nicht auf und der Erholungseffekt bleibt auch bei der Rückkehr nach dem Urlaub erhalten. Überlegen Sie sich, wie die Arbeit unter den Kollegen gerecht verteilt wird. Das beugt Überlastung und Streitigkeiten unter den Kollegen vor. Ein effektiver Tipp gegen Stress in der Urlaubsvorbereitung: Stehen Sie jeden Morgen eine halbe Stunde früher auf und gönnen Sie sich eine geistige Urlaubsvorbereitung inklusive mentaler Checklisten. Das macht Spaß und steigert die Vorfreude. Und wenn Sie schließlich die Koffer packen, lassen Sie den Laptop, das Handheld oder die berufliche Literatur zu Hause. Ständige Erreichbarkeit und Konfrontation mit etwaigen Problemen geht mit einem Mangel an Erholung einher. Genießen Sie einfach Ihren Urlaub und kommen Sie gesund und erholt zurück!

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