Erfolg kommt nicht von allein. Ganz nach dem Fußball WM Motto 2006: „Der Star ist das Team“ ist die Stärke jeder Firma die Motivation seiner Mitarbeiter. Obwohl jeder Mitarbeiter ein Individuum mit ganz speziellen Fähigkeiten und Ideen ist, ergibt sich das Potenzial einer Firma wie bei einem guten Fußballteam aus der Summe seiner Mitspieler. Der persönliche Wohlfühlfaktor bestimmt nicht nur auf dem Platz, sondern auch im Büro unsere Leistung.
Bedeutet das jetzt Liegestuhl und Cocktails für alle?
Nein leider nicht, denn der Traum vom Liegestuhlbüro wird wohl erst einmal Vision bleiben. Aber: Indem sich immer mehr Unternehmen für das Potenzial ihrer Mitarbeiter interessieren und so dem Wohlfühlfaktor Büro deutlich mehr Bedeutung zukommen lassen, wird zugleich der Umgang mit Wissen zum entscheidenden Faktor für den Unternehmenserfolg.
Objektiv betrachtet kann hier das Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) einen starken Einfluss der Einrichtung von Büroräumen auf die Produktivität nachweisen. Auf Basis einer unter dem Titel „Office-Excellence-Check“ durchgeführten Online-Befragung von rund 3.000 Beschäftigten in Deutschland haben die Stuttgarter errechnet, dass eine richtige Gestaltung der Büroräume bis zu 36 Prozent mehr Leistung erbringen kann. Dr. Jörg Kelter, verantwortlicher Leiter der Untersuchung beim IAO, fasst die Ergebnisse der Befragung wie folgt zusammen: „Zu den wichtigsten Faktoren, die diese Rate beeinflussen, zählt eine hohe Gestaltungsqualität des Büros – sowohl unmittelbar am Schreibtisch, aber auch im weiteren Arbeitsplatzumfeld und im gesamten Bürohaus“. Und weiter stellt er fest: „Wir können sagen: Je qualitätsvoller ein Büro in dieser Hinsicht geplant und gestaltet ist, desto höher fällt auch die Produktivitätsrate aus.“
Liegt hier also unsere Chance auf den Liegestuhl? Nicht ganz, weiß das Fraunhofer Institut, denn Büroräume sollen vor allem in dreifacher Weise unterstützend wirken.
Erstens: Indem sie den organisatorischen Rahmen bilden,
Zweitens: Indem sie bei den Mitarbeitern als Impulsgeber fungieren,
Drittens: Indem sie durch ein attraktives Ambiente motivieren.
Monotonie im Arbeitsumfeld sollte möglichst vermieden werden. Denn gerade im kreativen Bereich kommen Ideen plötzlich und oft nach einem Ortswechsel. Was in der Praxis bedeutet, dass sich Kommunikations- und Ruhezonen deutlich von „normalen“ Arbeitsplätzen unterscheiden lassen sollten. Ein gewisses Maß an Privatheit ist auch im Büro durchaus erwünscht. Der Liegestuhl sollte trotzdem höchstens im Aufenthaltsraum aufgeklappt werden, denn im Liegen schreibt es sich bekanntlich nicht so gut. Motivierend wirkt auch ein Stück Freiraum zur persönlichen „Gestaltung“ des Arbeitsplatzes. Die Lieblings-Quietsche-Ente muss aber bis zum Feierabend zu Hause warten, gegen das Bild der Lieblingsmannschaft gibt es nichts auszusetzen, das muss man(n) dann nur der Frau plausibel machen.
Das Fraunhofer Institut hat außerdem festgestellt, dass informelle, in der Regel ungeplante, Kommunikation unter Kollegen in der betrieblichen Praxis die wichtigste Lernquelle ist und damit zum Ausgangspunkt vieler kreativer Ideen wird. Deshalb setzen moderne Bürokonzepte auf die gezielte Stärkung dieser Kommunikationsform. Wobei nicht entscheidend ist, ob die Mitarbeiter in kleinen Zellenbüros arbeiten oder in offenen Büroräumen. Ausschlaggebend ist hier, dass Gelegenheit zur Begegnung mit den Kollegen und ungestörten Gesprächen besteht. Für alle die jetzt spontan einen gezielten Umbau der Büroräume planen bedeutet das, dass sowohl Bereiche eingerichtet werden sollten, in denen jederzeit kommuniziert werden kann und Bereiche, in denen konzentriertes Arbeiten ohne Störung durch das unfreiwillige Mithören von Gesprächen möglich ist.
Damit die neuen Kommunikationszonen auch wirklich funktionieren, sollten diese sowohl funktional sein als auch einladend wirken. Außerdem muss für alle deutlich sein, dass hier der Austausch mit Kollegen toleriert und gewünscht wird. Die berühmte „Nordkurve“, also alles was Krach macht, sollte auch im Büro möglichst ausgegrenzt werden, um das Gefühl permanenter Störungen zu vermeiden. Hier bietet sich auf jeden Fall eine optische und akustische Abgrenzung dieser Kommunikationszonen an.
Als Fazit kann also die berühmte Fußballerweisheit zitiert werden: „Das Runde muss ins Eckige“ oder für das Büro: „In einem kreativen Raum, sitzen kreative Köpfe“.
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