Sicher haben Sie schon mal von Kollegen oder Bekannten gehört, sie litten unter dem Burn-out-Syndrom. Einerseits ist der Begriff ziemlich in Mode. Andererseits weiß kaum jemand, was sich wirklich dahinter verbirgt.
Was bedeutet Burn-out eigentlich?
Das englische Wort „burn-out“ bedeutet „ausgebrannt“. Wahrscheinlich kennen Sie das Gefühl: Man war mit Feuereifer mit etwas beschäftigt, hat sich richtig reingehängt, seine ganze Energie und Zeit investiert – und plötzlich geht nichts mehr. Man verliert die Lust, fühlt sich teils überfordert, teils desinteressiert. Bezieht sich diese Unlust nicht nur auf ein bestimmtes Projekt, sondern auf das gesamte Empfinden, kann dies zu schweren psychischen und physischen Erkrankungen führen: Man leidet unter dem Burn-out-Syndrom.
Nicht jeder, der sich überarbeitet fühlt, ist also gleich vom Burn-out-Syndrom betroffen. Man sollte den Begriff nicht zu inflationär verwenden – aber gleichzeitig darauf achten, dass aus einer Überarbeitung kein Burn-out wird.
Wie kann es dazu kommen?
Das Thema betrifft nicht nur Manager, sondern findet sich in jeder Berufsgruppe, in jeder Position, bei allen Altersgruppen, bei Männern und Frauen. Niemand ist generell dagegen gefeit. Auch Sie nicht! Denn als Sekretärin sind Sie nicht nur vielen Stressfaktoren ausgesetzt, sondern werden oft auch noch mit den Sorgen und Nöten anderer belastet. Das gefährdet Sie natürlich und deshalb sollten Sie auf entsprechende Symptome achten und Gegenmaßnahmen ergreifen. Denn niemand ist der drohenden Gefahr hilflos ausgeliefert; es gibt zahlreiche Möglichkeiten, dagegen anzukämpfen oder den Stress von vorneherein einzudämmen.
Warum es manche trifft und andere nicht, lässt sich nur schwer verallgemeinern. Die Anfälligkeit hängt vor allem von der Einstellung des jeweils Betroffenen ab. So lautet übrigens auch die Meinung von Experten: Es sind weniger die Anforderungen anderer, die uns an uns selbst zweifeln lassen; vielmehr kommen wir mit unseren eigenen Maßstäben und Erwartungen nicht klar. Zu diesen oft viel zu hohen Ansprüchen – dem Wunsch, alles perfekt machen zu wollen – kommen dann noch äußere Stressfaktoren wie Abgabetermine, zu viel Arbeit oder die Doppelbelastung bei Müttern hinzu. Die Summe all dessen kann uns krank machen – wenn wir die Warnsignale nicht beachten.
Die Falle schnappt zu...
Die Akten auf Ihrem Schreibtisch stapeln sich schon turmhoch, doch sie bleiben unbearbeitet. Sie quälen sich jeden Morgen aus dem Bett, ohne sich erholt zu fühlen. Sie zwingen sich zur Arbeit, obwohl Sie am liebsten alles hinschmeißen würden. Ihre Jobprobleme drängen sich sogar in Ihr Privatleben. Ihr Partner ist genervt, weil nichts mehr mit Ihnen anzufangen ist. Sie haben keine Lust, Freunde zu treffen oder sich mal wieder bei Ihrer Mutter zu melden und geraten zunehmend in Isolation. Sie merken, dass irgendetwas ganz und gar nicht stimmt, doch sogar das ist Ihnen egal. Sie wollen nicht mal darüber nachdenken. Schließlich kommen körperliche Beschwerden hinzu: Müdigkeit, Vergesslichkeit, Kreislaufprobleme. Wenn Sie diese Zeichen nicht erkennen oder einfach ignorieren, können Sie sicher sein, bald vor erheblich größeren Problemen zu stehen. Denn Ihr Körper signalisiert Ihnen, dass Sie dem Stress endlich ein Ende machen sollen. Und wenn Sie das nicht tun, reagiert er mit ernsteren Beschwerden wie zum Beispiel Migräne, Bandscheibenvorfällen oder einem Hörsturz. Schlimmstenfalls drohen echte Depressionen oder der totale Zusammenbruch.
Soweit dürfen Sie es nicht kommen lassen!
Burn-out erkannt – und nun?
Haben Sie die ersten Anzeichen bei sich erkannt, müssen Sie etwas dagegen unternehmen. Ein Tagebuch über den täglichen Stress zu führen, kann Ihnen helfen, den Ursachen auf die Spur zu kommen und Gegenmaßnahmen zu treffen. Überlegen Sie, wie Sie Ihren Tagesablauf neu gestalten können, damit Ihnen nach der Arbeit genug Zeit für Sie selbst bleibt. Achten Sie darauf, dass der neue Zeitplan möglichst regelmäßig ist und auch sogenannte Stressventile einbindet. Vor allem Sport bietet eine gute Möglichkeit, Dampf abzulassen. Wichtig ist, dass Sie einen Ausgleich finden, der Ihnen Spaß macht und nicht etwa zu einer weiteren Belastung führt. Auch Entspannungstechniken wie zum Beispiel Yoga oder Qi Gong können hilfreich sein.
Weitere Infos zum Thema Stressvermeidung finden Sie unter den Stichworten: „Balance zwischen Familie und Beruf“, „Zeitmanagement“ und „Stressbewältigung“.
Wenn Sie merken, dass Sie es nicht schaffen, allein einen Weg aus der Krise zu finden und der Freundeskreis schon zu tief in die Sache verwickelt ist, als dass er Ihnen noch helfen könnte, sollten Sie nicht zögern, sich an einen Therapeuten zu wenden, der sich auf das Burn-out-Syndrom spezialisiert hat. Einige bieten sowohl Gruppen- als auch Einzelsitzungen an. Oft hilft schon der Austausch mit anderen Betroffenen, die Probleme zu analysieren und zu lösen. Die Kosten hierfür werden übrigens in manchen Fällen vom Arbeitgeber übernommen.
Und wenn es nicht um Sie geht, sondern jemand aus Ihrer Familie oder Ihrem Bekanntenkreis am Burn-Out-Syndrom leidet? Bringen Sie Geduld auf. Nehmen Sie das Thema ernst. Versuchen Sie, den Betroffenen davon zu überzeugen, fachmännische Hilfe zu suchen. Je früher man handelt, desto besser stehen die Chancen auf eine Heilung. Und je länger man abwartet, um so ernster können die Folgen sein.
